Adidas Aktie: Prognose nach Rekordquartal angehoben

Adidas erwartet für 2026 nun 2,5 Milliarden Euro Betriebsergebnis. Die Aktie stieg, doch ein Teil des Gewinnsprungs stammt aus einer einmaligen Zollerstattung.

3 Min. Lesezeit Verantwortlich: Dr.-Ing. Thorsten Henseler Mit KI erstellt · Methodik

Auf einen Blick

  • Adidas erwartet für 2026 ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro statt bisher rund 2,3 Milliarden Euro.
  • Im dritten Quartal stieg das Betriebsergebnis um 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro – ein Rekordwert.
  • Rund 200 Millionen Euro stammen aus einer Erstattung von US-Zöllen, die ein Gericht für unzulässig erklärt hatte.
  • Auf Tradegate stieg die Adidas-Aktie um bis zu 3,6 Prozent auf 162,75 Euro.
  • Die vollständigen Quartalszahlen will Adidas am 29. Oktober veröffentlichen.

Tendenzometer

Trefferquote
Adidas Aktiesteigt

Die angehobene Prognose und das Rekordquartal stützen den Kurs, der Quartalsbericht am 29. Oktober ist noch offen.

Signal wahrscheinlichHorizont: 7 TageADS Prüfung am 29. Okt
Umsatzziel 2026stabil

Adidas bestätigt das Ziel von 9 bis 10 Prozent währungsbereinigtem Umsatzwachstum.

Signal eindeutigHorizont: 30 Tageohne Symbol · nicht in der Quote

Was heißt das für Anleger?

Für Anleger ist die erhöhte Prognose ein positives Signal, weil Adidas mehr operatives Ergebnis erwartet. Ein Teil des Gewinnsprungs stammt jedoch aus einer einmaligen Zollerstattung von rund 200 Millionen Euro, die sich nicht wiederholt. Wer Adidas-Aktien hält oder einen Sparplan auf einen breit gestreuten Index bedient, sollte deshalb zwischen dauerhaftem Geschäft und Sondereffekten unterscheiden. Der vollständige Quartalsbericht am 29. Oktober zeigt die Details.

Konkrete Tipps für Anleger

Der Sportartikelkonzern Adidas hat im dritten Quartal 2026 so viel operativ verdient wie nie zuvor in einem einzelnen Quartal – und traut sich deshalb für das Gesamtjahr mehr zu. Die vorläufigen Zahlen veröffentlichte das Unternehmen aus Herzogenaurach am Dienstagabend nach Börsenschluss. Für Aktionäre ist das zunächst eine gute Nachricht. Wer genauer hinschaut, erkennt aber: Ein Teil des Gewinnsprungs geht auf einen einmaligen Effekt zurück.

Adidas Aktie: Prognose steigt auf 2,5 Milliarden Euro

Kern der Mitteilung ist der neue Jahresausblick. Adidas rechnet für 2026 jetzt mit einem Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro. Gemeint ist der Gewinn aus dem eigentlichen Geschäft, also vor Zinsen und Steuern. Bisher hatte das Management rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Nach eigenen Angaben ist der Konzern sogar auf dem Weg zu 2,6 Milliarden Euro. Rund 100 Millionen Euro will Adidas jedoch im vierten Quartal zusätzlich ausgeben, um die Profitabilität in den kommenden Jahren zu stärken. Ohne diese Ausgaben läge das erwartete Ergebnis um diesen Betrag höher.

Beim Umsatz bleibt das Ziel unverändert: ein währungsbereinigtes Wachstum von neun bis zehn Prozent. Währungsbereinigt heißt, dass Effekte aus schwankenden Wechselkursen herausgerechnet sind. Die Basis für die höhere Adidas Aktie Prognose liefert das abgelaufene Quartal:

  • Umsatz: plus 9 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt plus 7 Prozent
  • Betriebsergebnis: plus 37 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro – der höchste Quartalsgewinn der Firmengeschichte

Vorstandschef Björn Gulden sprach von einem „großartigen Quartal“. Der Konzern behauptet sich damit in einem insgesamt schwachen Branchenumfeld, weil seine Schuhe und Kleidung gefragt sind.

Zollerstattung als Sondereffekt

Ein spürbarer Teil des Ergebnisses hat allerdings nichts mit verkauften Turnschuhen zu tun. Adidas hat rund 200 Millionen Euro an US-Einfuhrzöllen zurückerhalten, die US-Präsident Donald Trump verhängt hatte. Ein Gericht hatte diese Zölle für unzulässig erklärt. Die Erstattung hatte Adidas bereits im August angekündigt, damals aber noch nicht in die Prognose eingerechnet. Das erklärt einen Teil der Anhebung.

Ein solcher Sondereffekt – also ein einmaliger Posten, der sich in dieser Form nicht wiederholt – erhöht den Gewinn im laufenden Jahr, sagt aber wenig über die dauerhafte Ertragskraft aus. Daneben half dem Konzern das Geschäft mit Ware zum regulären Preis, also ohne große Rabatte. Das stützte die Marge, den Anteil vom Umsatz, der als Gewinn übrig bleibt. Belastet haben dagegen die Wechselkurse.

So reagierte die Aktie im DAX

Die Börse nahm die Nachricht positiv auf. Schon am Dienstagabend legte die Adidas-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu 3,6 Prozent auf 162,75 Euro zu. Auch am Mittwochmorgen reagierte das Papier mit deutlichen Kursgewinnen auf den angehobenen Ausblick. Die Erleichterung ist nachvollziehbar: Im Sommer hatte Adidas die Anleger noch stark enttäuscht, weil der Konzern seine Gewinnziele damals nicht erhöht hatte.

Endgültig sind die Zahlen noch nicht. Den vollständigen Quartalsbericht will Adidas am 29. Oktober vorlegen. Dann dürfte sich zeigen, wie sich das Geschäft im Detail entwickelt hat und wie der Konzern auf das kommende Jahr blickt.

Was eine Prognoseerhöhung aussagt – und was nicht

Eine Prognose ist die offizielle Erwartung des Vorstands für das laufende Geschäftsjahr. Hebt ein Unternehmen sie an, signalisiert es: Das Geschäft läuft besser als geplant. Für den Aktienkurs zählt aber nicht nur, ob Zahlen gut sind, sondern ob sie besser ausfallen als erwartet. Was Analysten und Anleger ohnehin schon vorhergesehen haben, steckt meist bereits im Kurs – Börsianer sprechen davon, dass es „eingepreist“ ist. Deshalb kann eine Aktie selbst nach Rekordzahlen fallen, wenn der Markt noch mehr erhofft hatte.

Bei Gewinnsprüngen einzelner Unternehmen lohnt sich daher ein nüchterner Blick auf drei Punkte, die auch im Fall der Adidas Aktie Prognose eine Rolle spielen:

  • Herkunft des Gewinns: Stammt der Zuwachs aus dem laufenden Geschäft oder aus Einmaleffekten wie einer Zollerstattung?
  • Vorläufige und endgültige Zahlen: Erste Eckdaten sind ein Signal, der ausführliche Bericht liefert die Details zu Regionen, Margen und Kosten.
  • Schwankungen von Einzelwerten: Eine einzelne Aktie kann auch nach guten Nachrichten stark schwanken. Wer viel Geld in einem Wert bündelt, trägt dieses Risiko allein – breit gestreute Indexfonds verteilen es auf viele Unternehmen.
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Was können deutsche Privatanleger konkret tun?

  1. Herkunft des Gewinns prüfen. Frage bei Gewinnsprüngen immer, ob sie aus dem laufenden Geschäft oder aus Einmaleffekten stammen. Einmalige Posten erhöhen zwar das Ergebnis, sagen aber wenig über die Ertragskraft aus.
  2. Vollständigen Bericht abwarten. Vorläufige Eckdaten sind ein Signal, aber keine Endzahlen. Details zu Regionen, Margen und Kosten stehen erst im ausführlichen Bericht.
  3. Klumpenrisiko im Blick behalten. Eine einzelne Aktie kann auch nach guten Nachrichten stark schwanken. Wer viel Geld in einen Wert bündelt, trägt dieses Risiko allein.

Chancen

  • Höhere Gewinnerwartung, wenn das Geschäft im Schlussquartal anhält
  • Gefragte Schuhe und Kleidung stützen den Umsatz in schwachem Branchenumfeld
  • Bessere Margen durch Verkäufe zum regulären Preis ohne große Rabatte

Risiken

  • Zollerstattung ist ein einmaliger Effekt und wiederholt sich nicht
  • Zusätzliche Ausgaben von rund 100 Mio. Euro im vierten Quartal belasten das Ergebnis
  • Aktie kann fallen, wenn der Markt mehr erhofft hatte als eingetroffen ist

Kennzahlen

Neue Prognose Betriebsergebnis 20262,5 Mrd. Euro
Umsatz im dritten Quartal (+9 %)7,25 Mrd. Euro
Betriebsergebnis im dritten Quartal (+37 %)1,01 Mrd. Euro
Erstattung von US-Zöllen200 Mio. Euro

Termin

29Okt

Adidas legt den vollständigen Quartalsbericht zum dritten Quartal 2026 vorDonnerstag, 29. Oktober 2026

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